"Nehmen Sie die Hände hoch!", "Die Suche läuft schon übers BKA...", wie oft sitzt man Abends gemütlich auf dem Sofa und schaut einen Krimi oder eine "reality"-Sendung an und weiß dann nicht genau, was der eine oder andere Fachbegriff bedeutet?!
Dem wollen wir jetzt Abhilfe verschaffen, denn als baldige Bewerberinnen und Bewerber könnt ihr in Einstellungsgesprächen mit Eurem Fachwissen glänzen.
Polizei
Im Sprachgebrauch finden sich viele Wörter, die die "Polizei" definieren oder mit denen diese tituliert wird. Die Bezeichnung "Dein Freund und Helfer" wird vor allem Kindern gerne erläutert, denn diese sollen ja lernen, dass die Polizei für Sicherheit sorgt. Dieses Bild soll durch Präsenz auf den Straßen und Besuche in den Schulen gefestigt werden. Ein großes Ziel ist es nämlich Straftaten nicht nur aufzuklären, sondern vor allem vorzubeugen.
Um besonders flexibel agieren zu können, ist die Polizei in Deutschland "Ländersache", d. h., dass jedes Bundesland seine eigene Polizei hat. Des Wegen sind zum Beispiel die Einstellungskriterien und -verfahren in Bayern anders als in Niedersachsen usw.
Das Bundesland Bremen (bestehend aus Bremen und Bremerhaven) bietet als kleinstes Bundesland Deutschlands den Bewerberinnen und Bewerbern einen entscheidenen Vorteil: Schon bei der Vereidigung ist entschieden, wo man nach dem Studium seinen Dienst versieht und das Tolle ist: Man kann sogar mit entscheiden! =) Diese Flexibilität ist darauf zurück zu führen, dass Bremerhaven geschichtlich bedingt als freieste Stadt Deutschlands gilt, denn hier gibt es neben einer eigenen Stadtverfassung auch eine eigene Polizei: Die Ortspolizeibehörde!
Bundespolizei
Die Bundespolizei ist die Polizei der Republik Deutschland. Bundespolizisten sieht man vor allem in Bahnhöfen und an politisch wichtigen Orten, wie dem Bundestag oder dem Schloss Bellevue (Sitz des Bundespräsidenten) und erkennt sie an dem Adlerabzeichen auf dem linken Arm.
Landeskriminalamt = LKA
Die LKAs stehen auf der hierarchischen Ebene zwischen den einzelnen Kreispolizeibehörden der Länder und dem Bundeskriminalamt. Sie fungieren also als Zentralstelle und managen somit die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Behörden. So kann beispielsweise aus einem bundeslandinternen Präventionsprojekt ein landesweites werden. Auch die Justiz erhält Unterstützung von den LKAs, da diese als Wegbereiter für Verfahren zum Beispiel Schriftproben analysieren können.
Schutzpolizei
Die Schutzpolizisten sind die Polizisten, die man auf der Straße wahrnimmt. Sie tragen Uniformen und fahren im Streifenwagen. Sie sind rund um die Uhr im Einsatz und immer die Ersten vor Ort, wenn "110" gerufen wird. Am Einsatzort angekommen leiten sie die weiteren Maßnahmen ein. Es werden Unfälle und Einbrüche aufgenommen, Personenkontrollen durchgeführt, Haftbefehle ausgeführt und Streitigkeiten geschlichtet.
Dabei kommt keine Routine auf, jeder Einsatz ist anders und langweilig wird es nie!
Kontaktpolizisten "KOPs"
Kontaktpolizisten sind im Bundesland Bremen für die Betreuung einzelner Stadtteile zuständig. Die Polizisten sind bei Stadtteilsfesten und Einschulungen dabei. Helfen den Schülerinnen und Schülern bei der Fahrradprüfung und beim Verkehrssicherheitstraining oder üben mit Kindergartenkindern den Schulweg.
KOPs erklären Seniorinnen und Senioren, wie Sie sich gegen Diebstahl schützen können. Zudem helfen diese Beamten bei Streitigkeiten, nehmen Diebstähle auf und machen Hausbesuche bei Opfern und Tätern.
Szenekundige Beamte "SKB"
In Deutschland gibt es bundesweit ca. 140 SKBs, die die Fußballfanszenen von der ersten bis zur dritten Liga beobachten. Ziel ist es nicht die Fußballfans zu kontrollieren, sondern mit ihnen zu arbeiten um Gewalt zu vermeiden und Hilfe - wenn nötig - anzubieten. Bei ihrer Arbeit stehen die SKBs zwischen Fans und Vereinen und müssen für die Kontaktebene einen guten Mittelweg finden.
Verkehrspolizei -> in der Regel Teil der Schutzpolizei
Die Verkehrspolizei versucht über präventive Kontrollen der Verkehrsteilnehmer Unfälle vorzubeugen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, sowie auf Seniorinnen und Senioren gerichtet. Es werden Verkerhsteilnehmer kontrolliert, z. B. auf Alkohol, Geschwindigkeit oder "frisierte" Fahrzeuge.
Die aufgenommenen Fälle werden anschließend von den Verkehrspolizisten bearbeitet.
Autobahnpolizei
Ähnlich, wie es vielleicht mancher von Euch von "Alarm für Cobra 11" kennt, sorgen Autobahnpolizisten dafür, dass nach Unfällen die Straßen wieder befahrbar gemacht werden. Sie leisten "Erste Hilfe", führen Ladungskontrollen durch und stoppen Raser. Der Unterschied zu der Fernsehserie besteht also darin, dass Autobahnpolizisten nicht täglich mit einem Feuerball unter der Motorhaube durch die Luft fliegen.
Das Bundesland Bremen hat keine Autobahnpolizei.
Spezialeinsatzkommando (SEK)
Gerade bei hochriskanten Einsätzen kommen die SEKs in den ersten Zugriffs- und Schutzmaßnahmen zum Zug. Aus diesem Grund müssen die Beamten besonders nervenstark sein und als Team agieren.
Kriminalpolizei
Die Schutzpolizisten nehmen nach einem Einsatz das Wichtigste auf und schreiben den Einsatzbericht. Anschließend kommen alle Informationen zur Kriminalpolizei, denn diese bearbeiten die Fälle und klären sie auf. Die Palette der Einsatzmöglichkeiten ist breit: Von Diebstahl bis zum Banküberfall, von der Körperverletzung bis zum Mord - überall soll der Täter gefasst werden und alles soweit aufgearbeitet werden, dass es zur Verhandlung kommen kann. Für die Aufarbeitung ist viel Büroarbeit nötig.
Bei der Kriminalpolizei ist mit sehr viel Fingerspitzengefühl zu arbeiten, da viele Opfer innerlich verletzt sind.
Bundeskriminalamt = BKA
Das BKA ist die Kriminalpolizei Deutschlands, die mit Hilfe der Bundesländer und den europäischen Ländern Kriminalitätsdelikte aufklärt. So laufen beim BKA die wichtigsten Informationen über Straftaten und -täter zusammen.
Mobiles Einsatzkommando (MEK)
Die MEKs unterstützen vor allem die kriminalpolizeilichen Ermittlungen durch Obversationen tatverdächtiger Personen.
Erkennungsdienstliche Behandlung
Um Straftaten aufzuklären oder diese zu verhüten, werden von manchen Personen persönliche und biometrische Daten erfasst. Eine solche Erfassung beinhaltet neben den personenspezifischen Angaben - Name, Wohnsitz, Familienstand, Körperschmuck, Größe und Gewicht - auch ein Foto, sowie Finger- und Handinnenflächenabdrücke. Ein DNA-Abstrich kann nur auf freiwilliger Basis oder auf richterliche Anordnung verfügt werden.
Wasserschutzpolizei
Die Wasserschutzpolizei kontrolliert, dass der Umweltschutz und die Verkehrsregeln auf dem Wasser eingehalten werden. Des Weiteren kontrollieren sie die Schiffe und Kapitäne auf Frachtsicherung und Arbeitszeiten.
Auch wenn mans nicht glaubt: Bremerhaven hat keine Wasserpolizei. Diese ist der Polizei Bremen untergliedert, aber trotzdem auch hier am Hafen aktiv.
Bereitschaftspolizei (Einsatzhundertschaft/Alarmhundertschaft) = BePo
Die Bereitschaftspolizisten - vielleicht eher bekannt als "Schildkröten" - sind für das subjektive Sicherheitsgefühl bei Großveranstaltungen zuständig. Vor allem bei Bundesligaspielen, Demonstrationen und politischen Großveranstaltungen, sind diese Beamtinnen und Beamten dafür da, die Masse zu schützen und als Ansprechpartner bei Problemen zu helfen.
Bei Vermisstenfällen sucht die Bereitschaftspolizei oftmals mehrere Tage in z. B. Wäldern.
Bei den meisten Polizeien der Länder gehen die Polizeikommisarinnen und -komissare nach dem Studium für drei Jahre zur Bereitschaftspolizei.
In Bremerhaven wiederum kommen alle, die ihr Studium erfolgreich abgeschlossen haben, direkt zur Schutzpolizei, wobei es auch Einsätze mit der Bereitschaftspolizei gibt.
Polizeihundestaffel
Der Polizeihundeführer und der Diensthund leben und arbeiten zusammen. Der Hund geht mit "auf Streife" und hilft so manches Verbrechen auf zu decken. In Deutschland gibt es Sprengstoff-, Rauschgift-, Leichen- und Geruchsvergleichsspürhunde. Die Tiere - sie entstammen einer großen und traditionsreichen Zuchthaltung - erhalten eine spezielle Ausbildung und trainieren dann kontinuierlich weiter.
Bundesweit gibt es sehr wenige Polizeihundeführerstellen.
Polizeireiterstaffel
Pferde können bei Großveranstaltungen oder im Streifendienst tätig sein. Sie flößen bei randalierenden Massen einerseits Respekt ein und andererseits begünstigen die Tiere eine Kontaktherstellung zwischen Bürgern und Beamten. Gerade in Geländen, die für die Polizeiwagen schwer oder gar nicht befahrbar sind - wie die Deiche an Nord- und Ostsee - sorgen die "Streifen" der Pferde für Sicherheit.
Das Bundesland Bremen hat keine Polizeireiterstaffel.
Fliegerstaffel
Die Fliegerstaffel unterstützt die Kollegen am Boden beispielsweise bei der Suche nach Vermissten.
Im Bundesland Bremen gibt es keine Fliegerstaffel.
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Für das Bewerbungsverfahren nicht unerheblich:
Direkteinstellung/Listenplatzierung
Nach Abschluss des Einstellungsverfahrens erhalten alle Bewerberinnen und Bewerber Kenntnis über das persönliche Abschneiden. Dies kann entweder in einer Absage oder einem Listenplatz münden. Die Liste wird angeführt vom stärksten Bewerber, also dem, der die meisten Punkte im Auswahlverfahren hat sammeln können.
Besonders toll ist es, wenn dem Bewerber eine Direktzusage gegeben werden kann! Diese Zusage wird meistens freudestrahlend angenommen. Dennoch entscheiden sich einige Personen gegen die Ausbildung bei der Polizei oder in dem jeweiligen Bundesland. Das ist die Chance für alle Listenplatzierten! Sie rücken mit den Absagen jeweils in der Liste nach oben und so ihrem Traumberuf ein Stück näher.